Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Ideen, Tipps, Materialien

Hospitation 1 (Protokoll)

In der hier protokollierten Unterrichtseinheit ging es um folgende Themen: sich kennen lernen, Einzug in die neue Wohnung, Länder

Hospitationsprotokoll vom 23.04.2013
Georg-August-Universität Göttingen
Seminar für Deutsche Philologie, Abteilung Interkulturelle Germanistik
Lektorat Deutsch als Fremdsprache Grundkurs 1, Kursnummer 450433 Dozentin: Hajnalka Sabile (ehem.Beck)
Protokollant: Ch.K.

Thema der Unterrichtsreihe: Einstieg ins DaF Thema der Sitzung: Sich Kennenlernen, der Einzug, die Länder (Wortschatz, HV)

Der hier vorgestellte Kurs der Grundstufe 1 fand im Rahmen der vom Lektorat Deutsch als Fremdsprache der Universität Göttingen angebotenen DaF-Kurse statt. Er setzte sich aus circa 15 Personen zusammen. Die Lernenden dieses Kurses kommen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Länder, die meisten sind ausländische Studierende. Der Kurs findet jede Woche in der Zeit von 18:15 bis 19:45 Uhr statt. Die hier vorgestellte Sitzung bezieht sich auf Dienstag, den 23. April 2013.

Zu Beginn der Sitzung wurden zunächst organisatorische Aspekte geklärt. Themen hierbei waren in erster Linie die Anmeldeverfahren in FlexNow und StudIp. Da die Lernenden der Niveaustufe Grundkurs 1 zuzuordnen waren, wurden diese Erläuterungen in erster Linie auf Englisch gegeben (bis 18:20 Uhr). Zum Einstieg wurde zunächst ein Spiel gespielt. Hierzu wurde ein Stoffball von der Dozentin zu den einzelnen Lernenden gepasst. Diese sollten daraufhin auf unterschiedliche Fragen wie „Wie heißt du?“, „Woher kommst du?“ oder „Was ist das?“ antworten. Die Gegenstände, auf die Gezeigt wurde (bei der Frage „Was ist das?“), waren entweder im Raum (z.B. Tür, Fenster) oder auf einem gemalten Bild auf dem Smartboard zu finden. Anschließend passten sich die Lernenden den Ball auch untereinander zu. Durch das Werfen und Fangen des Balles kam es zur Erheiterung der Stimmung im Kurs und die Lernenden schienen zunehmend aktiviert und auf die Zielsprache fokussiert. Alle Lernenden konnten trotz der geringen Deutschkenntnisse an dem Spiel gut teilnehmen (bis 18:25 Uhr).

Daraufhin projizierte die Lehrperson zum Beginn der Erarbeitungsphase folgende Fragen auf das Smartboard: „Woher kommt Lola?“, „Wer kommt aus dem Irak?“, „Wer kommt aus Großbritannien?“, „Woher kommt Svetlana?“ und „Wer kommt aus Italien?“. Über das Smartboard spielte die Dozentin dann eine Hörverstehensübung 2 Mal vor. Darin ging es um Dialoge verschiedener Personen, aus denen die nötigen Informationen zur Beantwortung der o.g. Fragen entnommen werden konnten. In Stillarbeit konnten die Lernenden dann Antworten zu den Fragen notieren. Die Dozentin stellte anschließend die Fragen im Plenum an die Gruppe, wobei die Lernenden alle Fragen korrekt und teils sogar „im Chor“ beantworten konnten (bis 18:45 Uhr). Zur Schulung des Leseverstehens wurden die kurzen Dialoge der vorherigen Übung auch von den Lernenden nochmals in Partnerarbeit durchgespielt. Die Dialoge waren in schriftlicher Form auch im Lehrwerk vorhanden.

Trotz der niedrigen Lernstufe konnten die Lernenden die Dialoge relativ fehlerfrei vorlesen. Neue Begriffe wurden zudem von der Dozentin an der Tafel festgehalten, erläutert und dann von den Lernenden im Chor nachgesprochen (bis 18:50 Uhr). Anschließend wurden mit Hilfe einiger Beispieldialoge im Lehrwerk nun auch eigene kleine Dialoge in Partnerarbeit von den Lernenden verfasst. In diesen sollten sich die Lernenden gegenseitig vorstellen und kurze Fragen ähnlich der zuvor gehörten Dialoge austauschen. Die Dialoge sollten zudem notiert werden. Die Dozentin ging hierbei im Seminarraum umher um bei Vokabelschwierigkeiten Unterstützung zu leisten und Korrekturen an den Dialogen vorzunehmen. Die Lernenden nahmen hier sehr aktiv teil und schienen viel Spaß an der Erstellung ihrer eigenen deutschsprachigen Dialoge zu haben (bis 19:05 Uhr). Eine Gruppe konnte daraufhin Ihren Dialog auch vorstellen. Der Dialog wurde zudem von den Lernenden eigenständig beim Vortragen um weitere Fragen wie „Was ist das?“, „Woher kommt …?“ und „Was studierst du?“ ergänzt, ohne das die Lehrperson eingreifen musste. Neue Begriffe konnten im Plenum und durch das Anschreiben an die Tafel geklärt werden (bis 19:15 Uhr).

Danach projizierte die Dozentin eine gemalte Szene von einem Einzug einer Familie in eine neue Straße an das Smartboard. Auch mit Hilfe von lautschriftlichen Erläuterungen wurden neue Begriffe wie „einziehen“, „Zimmer“ und „Nachbarn“ veranschaulicht und im Plenum definiert. Die Begriffe wurden zudem im Chor je dreimal laut ausgesprochen (bis 19:20 Uhr). Anschließend wurde nochmals über das Smartboard Dialoge als Hörverstehensübung vorgespielt. In Partnerarbeit sollten die Lernenden zur Hörverstehensübung im Lehrwerk zugehörige Fragen beantworten. In einer Tabelle sollten die Lernenden hierbei ankreuzen, welche Person im Dialog was sagt. Die für diese Aufgabe nötigen und unbekannten Wörter wurden zuvor mit Hilfe der Lehrkraft im Plenum erklärt. Im Plenum wurden dann auch die Lösungen der Lernenden vorgetragen, die relativ fehlerfrei waren. Als interkultureller Aspekt wurde hierbei auch aufgrund von Rückfragen darauf eingegangen, wie man sich (z.T. entgegen der von den Lernenden genannten Riten anderer Länder) in Deutschland begrüßt. Diese Phase ging bis 19:30 Uhr und ist auch als erste Ergebnissicherung anzusehen, da hier nochmals wichtiges Erlerntes der Sitzung notiert und gefestigt wurde.

Danach schrieb die Dozentin einige Länder an die Tafel, wobei stets der zugehörige Artikel (falls vorhanden) mitnotiert wurde. Die Lernenden sollten die Länder zudem nachsprechen und aufschreiben. Weitere Länder, die nicht aufgelistet wurden, wurden des Weiteren auf einer Weltkarte auf dem Smartboard veranschaulicht. Die Lernenden, die aus den zu zeigenden Ländern kamen, konnten hierbei auch bei der Navigation helfen (bis 19:40 Uhr). Die Sitzung wurde schließlich mit der Erteilung der Hausaufgaben abgeschlossen, die darin bestanden, im Lehrwerk verschiedene Aufgaben (z.B. Herausstellung von Unterschieden zwischen Begrüßungs- und Verabschiedungsphrasen, Bildung neuer Sätze mit vorgegebenen Wörtern) zu lösen (bis 19:45 Uhr).

Besonders interessant fand ich in dieser Einführungsstunde das schnelle Voranschreiten des Leistungsstandes der Lernenden. Obwohl diese kaum Vorkenntnisse im DaF hatten, konnten die Übungen im Verlauf der Sitzung stets an Komplexität zunehmen und die Lernenden konnten bereits eigene kleine Dialoge führen. Die schrittweise zunehmende Komplexität und die Auswahl der Übungen schienen bei der Erreichung dieses Ziels viel zu helfen. Die interaktive Anwendung des Smartboards (die in der von mir auch beobachteten nachfolgenden Stunde nochmals zunahm) schien zudem die Aufmerksamkeit und das Interesse der Lernenden stark auf die neuen Inhalte zu wenden. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Smartboards scheinen bei entsprechender Anwendung einen gelungenen Beitrag zur Steigerung des Interesses und des Spaßes der Lernenden am Unterricht beizutragen.

Göttingen, den 28.04.2013