Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Ideen, Tipps, Materialien

Hospitation 2 (Protokoll)

In diesem Protokoll geht es um eine Unterrichtseinheit zum Thema „Beim Arzt“, in einem Grundkurs 2. Das entspricht ungefähr der Niveaustufe A1.2. bzw. A2.1.

Datum: 16.01.2014
Institution: Lektorakt: Deutsch als Fremdsprache
Kurs: Grundkurs 2
Dozentin: Frau Sabile (ehem.Beck)
Niveaustufe: A1.2 Protokollantin: E.R.M

Charakterisierung des Kurses, der Institution und der Lerner

Der Kurs besteht an diesem Tag aus neun Studierenden und einer Lehrenden. Dieser Kurs ist ein Grundkurs 2 mit dem Sprachniveau A1.2. Somit werden alle Fertigkeiten und Fähigkeiten in diesem Kurs unterrichtet und gefördert. Der Kurs findet als studienbegleitender Kurs des Lektorats Deutsch als Fremdsprache statt. Bei der Gruppe der Studierenden handelt es sich um eine gemischte Gruppe, sodass sie sich untereinander entweder auf Englisch oft schon aber auch auf Deutsch unterhalten.

Thema der Stunde: Beim Arzt

[18.20] Die Lehrende beginnt die Stunde damit, dass sie erzählt wie es ihr geht und dann die Studenten nach ihrem Befinden fragt. Dabei schreibt sie den Studierenden unbekannte Wörter an die Tafel.

[18:22] Es wird mit der Hausaufgabenbesprechung begonnen. Dazu nimmt die Lehrende verschiedene Studierende dran, die ihre Lösung vorstellen sollen. Während des Vorlesens verbessert die Lehrperson die Aussprache nach den Sätzen. Einige Studierende stellen Zwischenfragen zu den Lösungen, die mit Erklärungen von der Lehrenden beantwortet werden. Während der letzten Aufgabe kommt die Frage zum Unterschied zwischen gucken und schauen auf. Dieser Unterschied wird durch die Lehrkraft anhand eines Beispieles erklärt.

[18:26] Nach der Hausaufgabenbesprechung fragt die Lehrperson eine Studentin, was sie morgen machen muss. Diese antwortet mit einem Satz. Danach wird der zweiten Studentin die gleiche Frage gestellt. Auch diese antwortet gleich. Die dritte Studentin wird gebeten die Antwort der zweiten Studentin zu wiederholen. Diese wiederholt die Antwort der anderen Studentin und fügt hinzu, was sie machen muss. Nacheinander werden alle Studenten befragt und alle können auf die Frage antworten. Dabei stellt die Lehrperson ab und zu weitere Fragen an Studierenden, die dann auch auf diese Fragen antworten. Aufkommende Fragen oder Schwierigkeiten werden gleich von der Lehrperson erklärt, dieses nicht nur mit Worten sondern auch mit Gestiken.

[18:33] Nun wird mithilfe des Smartboards ein Bild eines Körpers angezeigt. Dazu leitet die Lehrperson mit der Frage ein: „Wenn man krank ist, muss man zum Arzt gehen und erklären, wo das Problem ist.“ Danach werden die einzelnen Körperteile in einem Klassengespräch genannt und an das Bild geschrieben. Dabei sagt die Lehrperson die Wörter vor, die nicht von den Studierenden genannt werden. Es wird von der Lehrperson hingewiesen, dass die Pluralbildung der Wörter die erste Hausaufgabe sei.

[18:42]Anschließend zeigt die Lehrperson an ihrem Körper auf verschiedene Körperteile und lässt diese von den Studierenden benennen.

[18:45] Es wird ein Arbeitsblatt (AB1) ausgeteilt. Dabei erklärt die Lehrperson die Aufgabenstellung. Die Aufgabe soll zunächst alleine bearbeitet werden, wenn Wörter aufkommen, die die Studierenden nicht kennen können sie in einem Wörterbuch nachschlagen oder die Lehrerin fragen. Während der Bearbeitung herrscht eine ruhige Atmosphäre nur vereinzelt werden Fragen gestellt. Die Lehrperson teilt nebenbei das nächste Arbeitsblatt (AB2) aus.
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[18:51] In einer kurzen Phase werden nun die Wörter besprochen, die unbekannt sind und vorher noch nicht genannt wurden.

[18:52] Zur Einleitung des zweiten Arbeitsblattes wird noch einmal erklärt, wie man ausdrückt, dass man Schmerzen hat bzw. wo. Dazu schreibt die Lehrende zwei unterschiedliche Beispielsätze auf: Der Hals tut mir weh. Ich habe Halsschmerzen. Es wird erklärt, dass beide Sätze die gleiche Bedeutung haben. Weitere Krankheiten, wie Schnupfen werden erklärt und durch Gestik und Mimik verdeutlicht. Es entsteht ein Gespräch über verschiedene Krankheiten, wozu Vokabelfragen entweder auf Deutsch oder Englisch gestellt werden. Diese werden auf Deutsch erklärt und aufgeschrieben und zu einigen auch Bilder an die Tafel gemalt. Nun wir die Aufgabe erklärt und in Partner- oder Gruppenarbeit von den Studierenden bearbeitet. Währenddessen geht die Lehrperson zu den einzelnen Gruppen und beantwortet Fragen oder gibt Hilfestellungen.

[19.07] Die bearbeitete Aufgabe wird vorgetragen. Dazu nimmt die Lehrperson die Studierenden nacheinander dran. Während der Besprechung werden auftretende Fehler am Ende der Sätze berichtigt und erklärt.

[19:11] Es folgt nun ein drittes Arbeitsblatt (AB3) zu einem Hörtext. Die Studierenden lesen sich die Aufgabe vor, während die Lehrperson den Hörtext anstellt. Anschleißend wird der Hörtext zweimal abgespielt, dabei kreuzen die Studierenden die Antworten an.

[19:16] Es wird der Hörtext verglichen, dazu lesen die Studierende aufgefordert ihre Antworten vor. Dabei auftretende Fehler bei der Aussprache werden am Satzende verbessert.

[19:19] Das vierte Arbeitsblatt (AB4) wird ausgeteilt und die Aufgabenstellung erklärt. Danach werden einige Wörter und Sätze, die in der Aufgabe vorkommen erklärt. Einige der Wörter (Krankenmeldung, Bronchitis) werden durch Bilder auf dem Smartboard verdeutlicht. Nun wird die Aufgabenstellung noch einmal wiederholt und von den Studierenden bearbeitet. Dabei reden diese miteinander. Zwei Gruppen lesen sich ihre Dialoge gegenseitig vor. Während der Arbeitsphase, geht die Lehrperson wieder zu den einzelnen Gruppen und erkundigt sich, ob Fragen bestehen.

[19:32] Die Lehrperson wählt zwei Studierende, die vorher nicht in einer Gruppe zusammengearbeitet haben, auf den Dialog vorzustellen. Während des Dialoges kommt es zu einem Fehler in der Reihenfolge, der sofort von den Mitstudierenden berichtigt wird.

[19:35] Die Lehrende leitet zu einer weiteren Aufgabe über: Wenn jemand krank ist, dann müssen sie dem Kranken sagen, was er tun soll. Das macht man je nach Situation mit Hilfe des Imperativs oder des Modalverbs „müssen“.

Dazu erklärt sie, dass die Studierende in ihre Hefte schauen dürfen, wenn sie beim Imperativ noch unsicher sind. Weiterhin führt sie an, dass der Imperativ auch wichtig für die bevorstehende Prüfung sei. Die Aufgabe wird nun von den Studierenden alleine oder in Gruppen bearbeitet.

[19:43] Die Aufgabe wird verglichen, dazu werden die Studierenden nacheinander aufgefordert, ihre Lösung vorzutragen. Aufkommende Fehler werden jeweils nach den einzelnen Sätzen verbessert und teilweise an die Tafel geschrieben und genauer erklärt.

[19:45] Es werden die Hausaufgaben zur nächsten Stunde aufgezählt und erklärt.

Reflexion des Unterrichts

In diesem Kurs werden viele Aufgaben bearbeitet bei denen die Studierende verschiedne Kompetenzen erlernen können. Durch die Verbesserung der Lehrkraft von Fehlern am Ende von Sätzen, haben die Studierenden eine zeitnahe Korrektur und können nachvollziehen, auf was sich die Verbesserung bezieht. Dabei achtet die Lehrende jedoch auch darauf die Studierenden nicht in einem Satz zu unterbrechen, sodass die Studierenden aussprechen können und nicht verunsichert werden. Für die Besprechung der Lösungen nimmt die Lehrperson die Studierenden nacheinander dran. So kann sie dafür sorgen, dass jeder Student zum Sprechen in dem Kurs kommt. Aufgrund der noch niedrigen Niveaustufe werden viele neue Vokabeln durch die Lehrperson aufgeführt und erklärt. Durch die Erklärungen der Lehrenden, viele auch durch Gestik, Mimik und Bilder, können die Studierenden die neuen Vokabeln mit diesen Erklärungen oder Bildern verbinden und es besteht so die Möglichkeit, diese Wörter leichter zu lernen und zu behalten. Während der Gruppenarbeiten geht die Lehrperson zu den einzelnen Gruppen und beantwortet ihre fragen. Auch, wenn sie nicht direkt bei den Gruppen steht, hört sie zu und bemerkt, wenn es Probleme oder Fragen in einer Gruppe gibt und hilft dann bei der Lösung der Schwierigkeiten. Es werden, vor allem am Anfang der Gruppe, Aufgaben zum freien Sprechen gestellt. Dabei stellt die Lehrperson fragen, zum alltäglichen Leben der Studierenden, was dazu führt, dass die Studierenden gleich auf die Fragen antworten können, da sie sich nicht erst einmal in eine neue Lage versetzen müssen, sondern aus ihrem Alltag berichten können. Hinzu kommt, dass dabei durch die Lehrperson weiterführende Fragen gestellt werden. So kommt es zu einem Gespräch zwischen der Lehrperson und den Studierenden, die weiter, als die eigentliche Aufgabenstellung gehen. Während dieser Situationen können die Lernenden lernen, sich in authentischen Kommunikationssituationen zurechtzufinden und auch gegebenenfalls Strategien entwickeln, um Schwierigkeiten beim Sprechen zu überwinden. Während dieses Kurses fällt mir besonders die sehr entspannte und lockere Atmosphäre im Kurs auf. Es werden viele Späße gemacht, von Seiten der Studierenden und der Lehrperson, es wird viel gelacht und es reden alle Lernenden miteinander. Vor allem diese entspannte Atmosphäre kann die Lernenden zum Reden anregen und Hemmungen abbauen. Zudem kommt, dass auch bei Fehlern oder Problemen, die Atmosphäre locker bleibt und sich nicht anspannt. So brauchen die Lernenden keine Angst davor haben, selber Fehler zu machen, da mit diesen positiv umgegangen wird und dazu auch jedes Mal eine Erklärung abgegeben wird.